Deeper Chirp+ 2 oder Garmin Striker Cast: welches Wurf-Echolot?

Zwei auswerfbare Echolote für dieselbe Aufgabe: vom Ufer aus herausfinden, wie tief das Wasser vor einem ist, wo der Grund abfällt und ob dort etwas steht. Beide sind Kugeln, die an der Schnur hängen, beide funken ihr Bild an das Handy, beide zeichnen mit GPS eine eigene Tiefenkarte. Der Unterschied steckt in der Reichweite, im Tiefenbereich und darin, welche Rute man dafür braucht.
Wer erst noch sortiert, welche Bauart überhaupt in Frage kommt, findet den Überblick beim Echolot. Hier stehen die beiden auswerfbaren Modelle mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Das Deeper, wenn weit geworfen oder tief gelotet wird120 Meter Funkreichweite, 15 Zentimeter bis 100 Meter Tiefe und drei CHIRP-Frequenzen
- Das Garmin, wenn es leicht und unkompliziert sein soll75 Gramm, schaltet sich im Wasser selbst ein und wieder aus, Tiefenlinien mit 30 Zentimetern Auflösung
- Beide brauchen eine kräftige Rute, denn ein solcher Geber wiegt so viel wie ein schwerer Wobbler
Die zwei Kandidaten
Deeper Chirp+ 2
120 Meter Reichweite
Garmin Striker Cast GPS
75 Gramm an der Schnur
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Deeper Chirp+ 2 | Garmin Striker Cast GPS |
|---|---|---|
| Funkreichweite | 120 m | 60 m |
| Maximale Tiefe | 100 m | 45 m |
| Minimale Tiefe | 15 cm | 60 cm |
| Gewicht | rund 92 g | rund 75 g |
| Sonar | CHIRP mit drei Frequenzen | 2D und Flasher |
| Zieltrennung | 1 cm | keine Angabe |
| Akkulaufzeit | bis 15 h | über 10 h |
| Ladezeit | 2 h | keine Angabe |
| Ein- und Ausschalten | von Hand | selbsttätig im Wasser |
| Kartenauflösung | keine Angabe | Tiefenlinien ab 30 cm |
| Verbindung | eigenes WLAN | keine Angabe |
| Schnur mindestens | keine Angabe | 9 kg Tragkraft genannt |
| Garantie | 2 Jahre | 1 Jahr |
| Modell | ITGAM0997 | 010-02246-02 |
Werte nach den Angaben der Hersteller zu beiden Modellen. Die Gewichte sind Versandangaben des Handels und gerundet, sie können den Geber mit oder ohne Zubehör meinen. Garmin beziffert weder die Zieltrennung noch die Ladezeit, Deeper nennt keine Mindesttragkraft für die Schnur und keine Auflösung der Tiefenlinien; diese Zeilen lassen sich deshalb nicht gegenüberstellen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Warum die Funkreichweite wichtiger ist als die Tiefe
Die Rechnung mit der abgesuchten Fläche
Vom Ufer aus liegt der absuchbare Bereich in einem Halbkreis. Dessen Fläche wächst mit dem Quadrat des Radius, nicht mit dem Radius selbst.
Sechzig Meter Reichweite ergeben rund 5700 Quadratmeter Wasserfläche, hundertzwanzig Meter ergeben rund 22.600 Quadratmeter. Das Doppelte an Reichweite ist also das Vierfache an Fläche.
Praktisch begrenzt aber der Wurf, nicht der Funk: Ein Geber dieser Größe fliegt an einer kräftigen Rute üblicherweise vierzig bis sechzig Meter weit. Beim Garmin liegt die Funkreichweite damit genau am Ende eines guten Wurfs, beim Deeper bleibt Reserve.
Praktisch heißt das: Wer vom Boot aus schleppt und den Geber an der Boje treiben lässt, nutzt die zusätzliche Reichweite. Wer vom Ufer wirft, meist nicht.
Wann fünfundvierzig Meter Tiefe knapp werden
Die Rechnung mit den Gewässern
Baggerseen liegen in Deutschland meist zwischen fünf und fünfundzwanzig Metern, Flüsse selten über zehn, Talsperren häufig zwischen dreißig und sechzig.
Fünfundvierzig Meter decken damit den Großteil der Gewässer ab, an denen vom Ufer geangelt wird. Erst Talsperren, Alpenseen und norwegische Fjorde verlangen mehr.
Nach unten sieht es umgekehrt aus: Die Uferzone, in der die meisten Fische stehen, ist oft flacher als einen Meter. Ein Gerät, das erst ab sechzig Zentimetern ein Bild liefert, gibt in genau diesem Streifen keine Auskunft, das andere ab fünfzehn Zentimetern schon.
Praktisch heißt das: Die große Zahl auf der Verpackung nutzt den wenigsten, die kleine dagegen fast jedem, der vom Ufer angelt.
Welche Rute so einen Geber überhaupt wirft
Die Rechnung mit dem Wurfgewicht
Fünfundsiebzig bis zweiundneunzig Gramm sind mehr, als eine typische Spinnrute verträgt: Die üblichen Klassen liegen bei zehn bis vierzig oder zwanzig bis sechzig Gramm Wurfgewicht.
Nötig ist also eine Rute ab etwa achtzig Gramm Wurfgewicht, praktisch eine Karpfen-, Wels- oder Brandungsrute. Garmin nennt dazu eine Mindesttragkraft der Schnur von neun Kilogramm.
Neun Kilogramm entsprechen einer geflochtenen Schnur ab etwa 0,15 Millimetern oder einer monofilen ab rund 0,35 Millimetern. Beides ist keine Barschausrüstung.
Praktisch heißt das: Zu beiden Geräten gehört eine zweite Rute, die nur dem Loten dient. Wer das nicht einplant, wirft irgendwann eine Kugel für den Preis einer Rolle ins Wasser und sieht sie nicht wieder.
Wofür welches Gerät reicht
Wer statt einer Wurfkugel ein fest montiertes Gerät sucht, findet die Bauformen bei den Fishfindern und, speziell für die Montage am Heck, bei den Fishfindern für Boote.
Wo jedes von beiden gewinnt
Für das Deeper spricht
- Doppelte Funkreichweite
- Bild schon ab fünfzehn Zentimetern Tiefe
- Bis hundert Meter nach unten
- Drei CHIRP-Frequenzen und ein Zentimeter Zieltrennung
- Fünfzehn Stunden Laufzeit, zwei Stunden Laden
- Zwei Jahre Garantie
Für das Garmin spricht
- Rund siebzehn Gramm leichter
- Schaltet sich im Wasser selbst ein und aus
- Tiefenlinien mit dreißig Zentimetern beziffert
- Flasher-Darstellung fürs Eisfischen
- Nennt die nötige Schnurtragkraft
- Einrichtung in wenigen Minuten
Beide Geräte teilen dieselbe Schwäche, und die steht in keinem Datenblatt: Sie zeigen, was unter der Kugel ist, und die Kugel ist da, wo sie gerade schwimmt. Ein Wurf liefert also einen Streifen, keine Karte. Wer die Struktur eines Ufers verstehen will, wirft ein Raster ab, zieht langsam ein und lässt die App die Punkte verbinden. Wer einmal wirft und nichts sieht, hat nicht bewiesen, dass dort nichts steht.
Wenn keines von beiden passt
Häufige Fragen zu auswerfbaren Echoloten
Verscheucht so eine Kugel nicht die Fische?
Das Sonar selbst arbeitet in Frequenzbereichen, die Fische kaum wahrnehmen. Was stört, ist der Aufschlag beim Wurf und der Schatten der Kugel im flachen Wasser. In tiefem Wasser ist beides bedeutungslos, in einem halben Meter Tiefe über scheuen Fischen kann es den Platz für einige Minuten leerräumen.Brauche ich Handyempfang am Wasser?
Für das Echolotbild nicht. Beide Geräte funken direkt an das Handy, das Deeper über ein eigenes WLAN. Ohne Mobilfunk fehlt nur die Hintergrundkarte, die Tiefenmessung, die Aufzeichnung und die eigene Tiefenkarte laufen weiter und werden später hochgeladen, sobald wieder Netz da ist.Wie erkenne ich auf dem Bild einen Fisch?
Als Bogen, nicht als Fischsymbol. Ein Bogen entsteht, weil der Schallkegel den Fisch beim Vorbeiziehen erst am Rand, dann mittig und dann wieder am Rand erfasst. Die Fischsymbole, die manche Apps einblenden, sind eine Auslegung der Software und liegen regelmäßig daneben, gerade bei Luftblasen und Pflanzen.Kann die Kugel abreißen und verloren gehen?
Ja, und das ist der häufigste Schaden. Beide schwimmen zwar, treiben dann aber mit dem Wind davon. Deshalb gehören eine Schnur mit klarer Reserve, ein sauberer Knoten und ein Wirbel dazwischen. Garmin nennt neun Kilogramm Tragkraft als Untergrenze, für das Deeper ist eine vergleichbare Stärke sinnvoll.Funktioniert das auch vom Belly Boat aus?
Ja, und dort spielt es seine Stärke aus, weil man die Kugel einfach neben sich treiben lässt statt zu werfen. Passende Modelle und worauf es bei ihnen ankommt, steht beim Belly Boat. Wichtig ist nur eine Leine zum Gerät, denn im Sitzen sind Wurf und Einholen umständlich.Die Entscheidung in einem Satz
Deeper Chirp+ 2 auswerfbarer Fischfinder mit GPS und eigenem WLAN
Wer regelmäßig lotet und dabei sowohl flache Uferzonen als auch tiefe Löcher absuchen will, nimmt das Deeper, weil es ab fünfzehn Zentimetern schon ein Bild liefert, bis hundert Meter hinunterreicht und mit hundertzwanzig Metern Funkreichweite auch dann noch sendet, wenn der Wurf sitzt. Wer dagegen ein Gerät sucht, das man auswirft und sonst nicht beachtet, ist mit dem Garmin besser bedient, das sich im Wasser selbst einschaltet, spürbar leichter an der Schnur hängt und mit dem Flasher die Darstellung mitbringt, die beim Eisfischen die richtige ist. Beide zeigen nur den Streifen unter der Kugel, und deshalb entscheidet am Ende nicht das Gerät, sondern wie systematisch man damit das Ufer abwirft.


