Angelschein Brandenburg machen: Anglerprüfung in 5 Schritten
Brandenburg macht es Anglern leichter als jedes andere Bundesland. Für Friedfische brauchst du gar keinen Schein, und wer den vollen Fischereischein will, muss keinen Kurs besuchen.
Trotzdem führt am Fischereischein kein Weg vorbei, sobald Hecht, Zander oder Barsch an den Haken sollen. Hier steht, wie du in fünf Schritten dorthin kommst.
- Friedfischangeln mit der Handangel geht ohne Fischereischein, nötig sind nur Angelkarte und ab 14 Jahren die Fischereiabgabe
- Für Raubfische brauchst du den Fischereischein, also die bestandene Anglerprüfung ab 14 Jahren
- Ein Vorbereitungskurs ist keine Pflicht, die Prüfung kostet 25 Euro und der Schein gilt unbefristet
Brauchst du den Schein überhaupt?
Wer mit der Friedfischhandangel auf Plötze, Brasse oder Karpfen fischt, braucht in Brandenburg keinen Fischereischein. Es reichen die Angelkarte für das Gewässer und ab 14 Jahren der Nachweis der Fischereiabgabe. Kinder ab 8 Jahren dürfen so selbst angeln, jüngere nur unter ständiger Aufsicht.
Sobald du auf Raubfisch angeln willst, also mit Kunstköder, Köderfisch oder Spinnrute, brauchst du den Fischereischein. Und den gibt es nur mit bestandener Anglerprüfung, wie sie in Brandenburg offiziell heißt.
In 5 Schritten zum Fischereischein
1. Vorbereitung wählen
Anders als in den meisten Ländern schreibt Brandenburg keinen Lehrgang vor. Du kannst dich also komplett selbst vorbereiten. Ein Kurs bei einem Angelverein lohnt sich trotzdem für alle, die noch nie geangelt haben, weil dort der Umgang mit Gerät und Fisch gezeigt wird.
2. Die Fragen lernen
Geprüft werden fünf Gebiete: Fischkunde und Fischhege, Pflege der Fischgewässer, Fanggeräte und ihr Gebrauch, Behandlung gefangener Fische und Rechtsvorschriften. Das Land bietet auf fischereischeintest.brandenburg.de eine kostenlose Probeprüfung mit 60 Zufallsfragen an.
Wer gezielter lernen will, kann die Anglerprüfung Brandenburg online üben, nach Sachgebieten sortiert, mit Erklärungen zu jeder Frage und einer Simulation unter Prüfungsbedingungen. 50 Fragen und eine Simulation sind kostenlos, der volle Zugang kostet einmalig 19,99 Euro. Der Trainer ist ein unabhängiges Angebot, keine Stelle des Landes.
3. Prüfungstermin finden
Die Prüfung nehmen die unteren Fischereibehörden der Landkreise oder vom Landesamt zugelassene Anglerprüfer ab. Die Liste der Prüfer steht beim Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung. Zugelassen bist du ab 14 Jahren, Minderjährige brauchen die Zustimmung der Eltern. Die Gebühr beträgt 25 Euro, das Zeugnis ist darin enthalten.
4. Die Prüfung bestehen
Die Prüfung ist schriftlich: 60 Fragen mit je drei Antworten, zwei Stunden Zeit, je 12 Fragen aus den fünf Gebieten. Bestanden hat, wer mindestens 45 richtig hat und in jedem Gebiet mindestens 6 von 12. Einen praktischen Teil gibt es nicht.
Eine Falle: in der echten Prüfung werden die Antworten A, B und C neu gemischt. Wer sich nur die Position der richtigen Antwort gemerkt hat, steht dann ohne Plan da.
5. Den Fischereischein beantragen
Frühestens drei Werktage nach der Prüfung beantragst du den Schein bei der unteren Fischereibehörde. Mitbringen: das Zeugnis im Original, Ausweis und Passbild, bei Minderjährigen die Einverständniserklärung der Eltern. Der Schein gilt unbefristet.
Laufende Kosten
Die Fischereiabgabe beträgt 12 Euro je Kalenderjahr oder 40 Euro für fünf Jahre am Stück. Bezahlen kannst du sie bei der Fischereibehörde, bei Fischereibetrieben und in vielen Angelgeschäften. Dazu kommt immer die Angelkarte für das Gewässer, als Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahreskarte.
Die erste Ausrüstung
Für den Anfang reicht eine einfache Angelrute mit Rolle. Wer gleich auf Raubfisch will, schaut bei den Ruten für Zander oder den Ruten für Hechte, die Brandenburger Seen sind dafür bekannt.
