Angelschein Sachsen machen: Fischereiprüfung in 5 Schritten
In Sachsen gibt es den Fischereischein ab 14 Jahren, und er gilt ein Leben lang. Davor stehen ein Lehrgang und eine Prüfung am Computer.
Das Besondere: Sachsen verlangt in jedem Sachgebiet mehr richtige Antworten als die meisten anderen Länder. Hier steht, wie du dich in fünf Schritten vorbereitest.
- Ein Lehrgang mit 30 Unterrichtsstunden ist Pflicht, die Theorie darf online stattfinden
- Geprüft wird am PC in einem DEKRA-Prüfungslokal, 60 Fragen in 90 Minuten, mindestens 8 richtig je Sachgebiet
- Den Schein stellt nur das Landesamt LfULG aus, er kostet 42 Euro und gilt lebenslang
Für wen welcher Schein
Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 16 Jahren können ohne Prüfung einen Jugendfischereischein bekommen. Damit angeln sie unter Aufsicht eines Erwachsenen mit Schein. Nach mindestens einem Jahr im Angelverein entfällt die Aufsicht. Für alle ab 14 führt der Weg über die Fischereiprüfung.
In 5 Schritten zum Fischereischein
1. Lehrgang besuchen
Ein Vorbereitungslehrgang mit 30 Unterrichtsstunden ist Pflicht. Die Theorie darf online stattfinden, dazu kommt eine praktische Einweisung. Anbieter sind der Sächsische Landesfischereiverband, die angeschlossenen Anglerverbände und weitere zugelassene Anbieter, meist über den örtlichen Angelverein.
Eine Ausnahme gibt es für Jugendliche: wer einen Jugendfischereischein hat, mindestens zwei Jahre im Verein ist und sich vor dem 16. Geburtstag anmeldet, braucht den Lehrgang nicht.
2. Zur Prüfung anmelden
Die Anmeldung läuft über den Lehrgangsleiter, der deine Daten online erfasst. Danach bekommst du vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) eine Einladung mit Termin und Ort. Maßgeblich für das Mindestalter von 14 Jahren ist der Prüfungstag.
3. Den Katalog lernen
Das LfULG veröffentlicht alle Prüfungsfragen, aufgeteilt auf fünf Sachgebiete: Allgemeine Fischkunde, Besondere Fischkunde, Gewässerkunde, Gerätekunde und Gesetzeskunde. Zusammen sind es gut 1.000 Fragen.
Weil in jedem Gebiet mindestens 8 von 12 Fragen sitzen müssen, reicht es nicht, nur die Lieblingsthemen zu lernen. Wer gezielt an den schwachen Gebieten arbeiten will, kann die Fragen zur Fischereiprüfung in Sachsen üben, mit Auswertung je Sachgebiet und einer Simulation mit den echten Bestehensregeln. 50 Fragen und eine Simulation sind gratis, der volle Zugang kostet einmalig 19,99 Euro. Der Trainer ist unabhängig und ersetzt den Lehrgang nicht.
4. Die Prüfung am PC ablegen
Geprüft wird am Computer in einem DEKRA-Prüfungslokal. Du hast 90 Minuten für 60 Fragen, je 12 aus den fünf Sachgebieten. Bestanden hast du mit mindestens 45 richtigen Antworten und mindestens 8 je Sachgebiet. Das Ergebnis siehst du sofort, und wer durchfällt, kann die Prüfung wiederholen.
Liegt eine nicht bestandene Prüfung mehr als ein Jahr zurück, musst du den Lehrgang allerdings neu besuchen.
5. Den Fischereischein beim LfULG beantragen
Anders als in anderen Ländern stellen in Sachsen nicht die Landkreise den Schein aus, sondern nur das LfULG. Den Antrag stellst du online über Amt24 oder per Post, mit Passfoto im Format 45 mal 35 Millimeter, Ausweiskopie und Prüfungszeugnis. Die Bearbeitung dauert rund vier Wochen, der Schein kostet 42 Euro und gilt lebenslang.
Gut zu wissen
- Für jedes Gewässer brauchst du zusätzlich einen Erlaubnisschein des Eigentümers oder Pächters.
- An bewirtschafteten Angelteichen darf man auch ohne Schein angeln, wenn eine Einweisung und Aufsicht stattfindet.
- Wer keinen Wohnsitz in Deutschland hat, bekommt ohne Prüfung einen Gastfischereischein, in der Regel für einen Monat.
Die erste Ausrüstung
Für den Einstieg nach der Prüfung reicht eine Angelrute für Anfänger. Wer in den Bächen des Erzgebirges oder des Vogtlands auf Forelle will, findet passende Modelle bei den Ruten für Forellen.
